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Newsletter 16.02.2012

Initiative gegen Fluglärm Mainz Oberstadt e. V.

Liebe aktive Fluglärmgegner,

anbei aktuelle Informationen gegen den Fluglärm in Mainz.

1. „Ich will, dass es wieder so wird wie früher!“ Große Emotionen im Terminal 1!


Schüler demonstrieren gegen den Fluglärm

Mehr als 5.000 Demonstranten, darunter über 500 Schulkinder mit ihren Eltern, teils begleitet von Lehrern, hatten sich in den Frankfurter Flughafen zur Montagsdemonstration begeben. Unsere Bürgerinitiative führte an diesem Abend Regie und es war nach Meinung vieler Teilnehmer die beste Montagsdemonstration, die bislang stattgefunden hatte. Dabei waren es zwei Mainzer Mädchen, Clara und Giovanna, bei deren Reden es ganz still und nachdenklich im Terminal wurde. Sätze wie „Nach zwei Wochen Ostwind mit viel Fluglärm war gestern wieder ein toller Tag ohne Fluglärm. Ich will, dass es wieder so wird wie früher“ und „Ich wache oft viel zu früh auf und kann nicht wieder einschlafen“ gingen einem unter die Haut. Auch Betty Willingstorfer und Matthias Graf haben ihre Sache sehr gut gemacht. Ihre Reden wurden immer wieder von „Die Bahn muss weg“ und „Bouffier muss weg“ Sprechchören unterbrochen. Nicht nur die zwei Meenzer Schwellköppe sondern auch viele kostümierte Kinder gaben der Veranstaltung einen fastnachtlichen Charakter. Nach bislang nicht bestätigten Informationen sollen sich unter den Schwellköppen Volker Bouffier und Stefan Schulte versteckt haben :). Gerne dürfen sich die Herren der Diskussion im Terminal stellen! Hierzu sind sie allerdings zu feige und bevorzugen Interviews in Tageszeitungen (FAZ vom 11. Februar 2012), um ihre Phrasen vom „Herzmuskel“ der Region ungestört zu verbreiten.

Mit Trommeln, Glocken, Trillerpfeifen und Haushaltsgegenständen lärmend begaben sich die Demonstranten, angeführt von den Kindern, auf den Rundweg durch den Terminal. Besonders laut wurde es im First Class Bereich, der offenbar dazu reizt, den Lärmpegel anschwellen zu lassen. Die Deutsche Lufthansa AG hatte auch vor ein paar Wochen versucht, diesen Bereich für die Demonstration zu sperren. Einigen mutigen Demonstranten war es zu verdanken, im Dialog mit der Polizei die Aufhebung dieser - offensichtlich rechtswidrigen – Sperrung zu erwirken. Zu dieser Zeit hatten sich viele Demonstrationsteilnehmer aber bereits auf einen Rundkurs außerhalb des Terminals begeben, in dessen Folge es zu Verkehrsproblemen rund um den Frankfurter Flughafen kam.

Was hat sich sonst noch in der vergangenen Woche ereignet?

Am 8. Februar 2012 fand ein weiteres Gespräch zwischen der Luftverkehrswirtschaft und dem Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier statt. Ende Februar 2012 will Herr Bouffier einen Plan vorlegen, um den Lärm am Flughafen zu begrenzen. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, Maßnahmen vorstellen zu können, die zu einer Reduzierung der Belastung und des Lärms führen werden“ sagte Bouffier nach dem Treffen. Ergebnisse will er erst nach einem weiteren Treffen am 29. Februar 2012 öffentlich präsentieren.

Zu den möglichen Maßnahmen sollen „leisere Flugzeuge und andere Flugrouten gehören. Manches sei nur mittel- und langfristig umsetzbar.“ Seit der Mediation zum Flughafenausbau im Jahr 2000 sind zwölf Jahre vergangen. Zwölf Jahre, in denen keine Lärmschutzmaßnahmen entwickelt wurden. Ganz offensichtlich hatten die für den Bau der Nordbahn Verantwortlichen die Verlärmung der Region völlig falsch eingeschätzt. Dabei wäre es auch problemlos möglich, die Landebahn bis zur Entwicklung ausreichender Lärmschutzmaßnahmen (außer der Stilllegung der Landebahn gibt es allerdings keine!) wieder still zu legen, da die momentane Anzahl der Flugbewegungen problemlos über die bisherigen Landebahnen abgewickelt werden könnte.

Dabei wird nicht einmal das vorläufige Nachtflugverbot zwischen 23:00 Uhr und 05:00 Uhr konsequent eingehalten. Am 7. Februar 2012 durften zwischen 23:00 Uhr und 24:00 Uhr 26 Maschinen starten.
Neben den 17 Nachtflügen, sieht der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Nordbahn für den Fall Ausnahmen vor, dass Verspätungen nicht in der Verantwortung der Fluggesellschaft liegen. Diese weitere Ausnahmeregelung wird zugunsten der Fluggesellschaften größtmöglich ausgelegt. Selbst bei der Deutsche Flugsicherung war man „über die große Anzahl der Flugbewegungen überrascht“, wie eine Sprecherin der Frankfurter Rundschau mitteilte. Von diesen Ausnahmegenehmigungen steht fast nichts in der Presse. Dagegen inszeniert es Lufthansa medienwirksam, wenn ausnahmsweise ein verspäteter Start nicht genehmigt wird und die Fluggäste in Feldlagern auf dem Airport oder in Hotels untergebracht werden müssen.

Aber noch einmal zurück zu den Ankündigungen von Herrn Bouffier, der diese mit den Worten ergänzte „wir wollen nicht zu viel versprechen“. Wenige Tage zuvor hatte bereits die Deutsche Flugsicherung die Hoffnung auf weniger Fluglärm gedämpft. Insbesondere im unmittelbaren Endanflug auf die neue Landebahn sei eine Lärmreduzierung nicht möglich. „Da wolle man niemandem etwas vormachen.“ Wir sollten uns darauf einstellen, dass uns Volker Bouffier eine Mogelpackung präsentieren wird.

Erstaunliche Worte waren vom Bundesverkehrsminister Dr. Peter Raumsauer zu lesen.


Dr. Peter Raumsauer ist jetzt auch ein Fluglärmgegner

Interview mit Raumsauer in der NZZ am Sonntag am 29. Januar 2012

Bericht des schweizer Fernsehens zum Thema Fluglärm und Ramsauer

Pressemitteilung zu den Aussagen des BMfV Dr. Peter Ramsauer zum Thema Schutz der Bevölkerung vor den Folgen des Fluglärms am Flughafen Zürich Kloten.

In einem kaum bekannten Interview mit der Neue Züricher Zeitung vom 29. Januar 2012 forderte Herr Dr. Raumsauer für den Flughafen in Zürich eine Deckelung der jährlichen Flugbewegungen auf 80.000. Er bezeichnete die gegenwärtig etwas über 100.000 Flugbewegungen für die Bevölkerung in Süddeutschland als „schwere und nicht hinnehmbare Belastung, die reduziert werden müsse“. Weiter führte er aus: „Ich muss diese Belastung reduzieren.“ …“ Unter dem Strich ist aber klar – wir fordern weniger Lärm durch weniger Flugbewegungen.“ …“ Die heutige Regelung ist sehr großzügig. Die Bevölkerung in Süddeutschland hat allen Grund zur Beschwerde und das Recht, eine Milderung der Belastung zu verlangen. Das Argument, man stranguliere damit die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens, ist ein taktisches Argument, das ich nur begrenzt ernst nehmen kann.“ Ist das die Wende?

Zunächst einmal bezogen sich diese Äußerungen auf den Flughafen Zürich-Kloten. Dort sind die nächst gelegenen deutschen Ortschaften mindestens ca. 40 Kilometer Luftlinie vom Flughafen entfernt. Um den Frankfurter Flughafen herum leben im Umkreis bis ca. 40 KM mehrere Millionen Menschen, die teils in Höhen von weniger als 200 Meter überflogen werden. Hunderttausend Flugbewegungen entsprechen etwa 1/5 der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen. Die Anflughöhe liegt in einer Entfernung von 40 KM zum Flughafen über 2.000 Meter über N.N. Dass diese Flugzeuge störenden Lärm verursachen steht außer Zweifel. Die damit einhergehenden Belastungen sind jedoch nicht ansatzweise mit dem Lärm zu vergleichen, den die Anwohner des Frankfurter Flughafens zu erleiden haben. Die im Rhein-Main-Gebiet lebenden Menschen sind nicht weniger schützenswert als die Menschen in Süddeutschland. Nimmt man die Äußerungen von Herrn Dr. Ramsauer ernst, muss nicht nur jeder weitere Ausbau des Frankfurter Flughafens gestoppt werden; vielmehr sind die Flugbewegungen deutlich zu reduzieren. In Konsequenz dessen wird die neue Landebahn nicht mehr benötigt und kann abgerissen werden. Wir haben hierzu am 13. Februar 2012 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Mal sehen, ob das Interview in der deutschen Presse auftauchen wird.

Schließlich haben mehrere Städte in Hessen und Rheinland-Pfalz beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof Klagen gegen die Südumfliegung erhoben. Hierzu gehören Nackenheim, Lörzweiler, Nierstein, Ober-Olm und Klein-Winternheim. Die im Jahre 2011 zugelassenen neuen Flugrouten führen dazu, dass insbesondere ab August 2012 täglich ca. 120 schwere und besonders laute Flugzeuge über Rheinhessen geführt werden. Dabei dürfte es auch zu einer deutlichen Verlärmung der Mainzer Vororte Marienborn, Lerchenberg, Drais und Wackernheim kommen. Das Presseecho auf diese Klagen reicht von „Gemeinsame Klage im Kampf gegen Fluglärm“ bis „Neue Klage entzweit die Fluglärm-Gegner“. Insgesamt hat sich die Zahl der Klagen, die sich gegen den Flughafenausbau richten oder mit ihm in Zusammenhang stehen, auf ca. 270 erhöht.

Weiterhin hat eine Umfrage zum ZDF-Politikbarometer ergeben, dass 77% der Bevölkerung für das Anliegen der Fluglärm-Demonstranten „Verständnis“ haben.
Diese Umfragewerte sind eindeutig auf unseren medienwirksamen Protest zurückzuführen. Derartige Umfragewerte werden von der Politik genauestens beobachtet, da sich aus diesen Umfragewerten ein Wahlverhalten ableiten lässt. Auch diese Umfragewerte zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Das (Schein-) Argument des „Jobmotors Flughafen“ beginnt zu bröckeln.


Report Mainz: Die Job-Lüge von Fraport und Politik

Nach Recherchen des ARD-Magazins „Report Mainz“ gibt es erhebliche Zweifel, ob der Flughafen der Jobmotor für die Rhein-Main-Region ist. Die häufig genannte Zahl von 70.000 Arbeitsplätzen am Frankfurter Flughafen beinhaltet viele Arbeitsplätze bei Firmen, die sich zwar im Flughafenbereich niedergelassen haben, mit dem Airport-Business jedoch nichts zu tun haben. Hierzu zählen beispielsweise die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit über 2.000 Mitarbeitern und die Dell GmbH mit mehr als 500 Mitarbeitern. Durch deren Umzug an den Flughafen sind in anderen Regionen Arbeitsplätze weggefallen. Der Flughafen ist auch nicht die größte Arbeitsstätte Deutschlands. Allein in der „Arbeitsstätte Bankenviertel“ werden nach Angaben der Deutsche Bundesbank und der Deutsche Börse AG ca. 73.000 Mitarbeiter bei Banken beschäftigt. Hinzu kommen die vielen Mitarbeiter in Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen, die sich im Bankenviertel angesiedelt haben. Dass der Frankfurter Flughafen auch nicht der „Herzmuskel“ der Region ist, haben wir in einer kurzen Analyse mit Argumentationshilfen heraus gearbeitet, die Sie auf unserer Homepage nachlesen können.

2. Appell in einer besonderen Angelegenheit


Beitrittserklärung zur Mitgliedschaft im Verein

Unserem Verein ist es – Eigenlob sei einmal ausdrücklich erlaubt – gelungen, Schwung in die Mainzer Anti-Fluglärmbewegung zu bringen und die Medien bundesweit auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Auch in die Politik ist Bewegung gekommen. Bislang einmalig war die Podiumsdiskussion mit den drei OB-Kandidaten, die von unserem Verein organisiert und mit dem Verein für ein lebenswertes Mainz und Rheinhessen durchgeführt wurde. Mit unzähligen Plakataktionen, Werbebannern und Flyern haben wir zur Teilnahme an den Demonstrationen und sonstigen Veranstaltungen aufgerufen. T-Shirts und Aufkleber mit unserem Logo sind überall sichtbar und gelten als schick in der „Demo-Szene“. Unsere Website ist ein hochprofessionelles Informationsportal zum Fluglärm. All dies und vieles mehr war mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Um unsere Arbeit auf diesem Niveau fortsetzen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Dabei sollte sich jeder fragen, was es ihm Wert ist, dass wir für seine Gesundheitsinteressen, seine Lebensqualität und für den Werterhalt seiner Immobilien kämpfen. Seit Monaten arbeiten hierfür viele fleißige Helfer bis zu 20 Stunden die Woche, teilweise auch mehr, natürlich unentgeltlich!

Nach dem Motto "Jeder so viel wie er kann und möchte" bitten wir Sie deshalb, unsere Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.

Aufgrund der anerkannten Gemeinnützigkeit unseres Vereins kann der Spendenbetrag „abgesetzt“ werden. Letztlich würde Ihr Konto bei einer Jahresspende von beispielsweise € 100 tatsächlich mit € 60 bis € 70 im Jahr belastet, was sich bei monatlich € 5 bis € 6 sicher gut „verkraften“ lässt. Jeder Tag, an dem keine Flugzeuge über einen hinweg dröhnen, ist ein guter Tag. Und wir sind sehr optimistisch, dass es uns gelingen wird, die Lärmbelastung für unsere Region zu verringern. Diejenigen, die aufgrund unseres letzten Aufrufs bereits eine Spende geleistet haben, oder ohnehin einen höheren Jahresbeitrag zahlen, müssen sich durch diesen Aufruf natürlich nicht angesprochen fühlen. Alle anderen rufen wir dazu auf, unsere Arbeit durch eine angemessene Spende zu unterstützen:

Initiative gegen Fluglärm Mainz Oberstadt e.V.

Kontonummer: 0813351012
BLZ: 551 900 00
Mainzer Volksbank e.V.

Spendenbeträge sind in voller Höhe steuerlich absetzbar. Bis zu einem Betrag von € 200 genügt die Vorlage einer Buchungsbestätigung beim Finanzamt. Für darüber hinausgehende Beträge erteilen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung. Es genügt eine E-Mail an info@fluglaerm-mainz-oberstadt.de mit einem Hinweis auf Ihre Spende und der Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse.

3. Aufruf zur Teilnahme an der nächsten Montagsdemonstration


Es ist erforderlich, dass wir in großer Anzahl auch an den kommenden Montagsdemonstrationen teilnehmen. Dabei bietet sich für Rosenmontag an, die „Party“ im Terminal fortzusetzen. Dass dies nicht leicht fällt, nachdem man zuvor stundenlang auf den Straßen gefeiert hat, versteht sich von selbst. Dennoch müssen wir auch Rosenmontag im Frankfurter Flughafen in großer Anzahl „einfallen“, damit der Protest weitergeht. Dabei kann das Motto der fastnachtlichen Mahnwache „Mainz war Mainz wie´s singt und lacht…jetzt ist´s Mainz wie´s lärmt und kracht“ Pate für die Montagsdemonstration stehen. Gerade für die Kinder gibt es – auch wenn es eigentlich bedauerlich ist – einige „Anreize“ für den Besuch am Flughafen. Beispielhaft seien Starbucks, Accessorize, Jack Wolfskin, Pfüller Kids Konzept etc. genannt. Es ist ganz wichtig, dass die Montagsdemonstrationen mit vielen Teilnehmern (vorläufig) bis zur Entscheidung durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im März 2012 weitergehen. Wir werden uns mit den anderen Bürgerinitiativen in Verbindung setzen, um darauf hinzuwirken, dass jeden Montag eine bestimmte Personengruppe (Kinder, Ärzte, Winzer etc.) ein interessantes Rahmenprogramm durchführt.

Zudem hat die von Flughafenbetreiber Fraport, der Lufthansa und Condor gegründete Initiative Ja zu FRA für den 1. März 2012 zur Demonstration auf dem Römerberg aufgerufen.
In dem Aufruf erinnern die Vorstandsvorsitzenden dieser Gesellschaften daran, dass die Bedeutung des Flughafens „für den Wohlstand und die Innovationskraft des Rhein-Main-Gebiets und für ganz Deutschland wieder stärker herausgestellt werden müsse“. Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter dieser Gesellschaften geradezu genötigt, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmerzahlen in der Presse großgeredet werden. Dem müssen wir große Menschenmassen bei den Montagsdemonstrationen entgegenhalten.

 


Initiative gegen Fluglärm Mainz Oberstadt e.V.
Oderstraße 4
55131 Mainz
E-Mail: info@fluglaerm-mainz-oberstadt.de
Web: www.fluglaerm-mainz-oberstadt.de


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